Burgwallforschung in Sachsen und Ostmitteleuropa

Die Burgwallforschung in Sachsen und Ostmitteleuropa von 1927 bis 1995. Zielsetzungen und Methoden der Archäologie im 20. Jahrhundert.

Projektleitung:
Prof. Dr. Sabine Riekhoff

Projektbeteiligte:

  • Susanne Grunwald M.A.
  • Karin Reichenbach M.A.
  • Jochen Fahr M.A.

Kurzbeschreibung

In Fortsetzung der bisherigen Leipziger Forschungen zur Geschichte der sächsischen Archäologie im 19. Jahrhundert wurde in diesem Projekt die Geschichte der sächsischen und ostmitteleuropäischen Burgwallforschung zwischen 1927 und 1995 untersucht. Die Beschäftigung mit befestigten Siedlungen gilt seit dem 19. Jahrhundert als zentrale Quelle für Fragen nach der gesellschaftlichen und politischen Struktur ur- und frühgeschichtlicher Kulturen und hat daher vorrangig zur Rekonstruktion politischer bzw. „völkischer“ Geschichte gedient.

Im Mittelpunkt der Studie standen die stark differierenden Interpretationsmuster der Burgwallforschung. Sie wurden über die politischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts hinweg verfolgt, um Traditionen und Zäsuren der Forschung zu verdeutlichen und daran zu überprüfen, inwieweit mit der Burgwallforschung politisch argumentiert worden ist. Untersuchungsgegenstand waren die beteiligten Forschungsinstitutionen und personellen Netzwerke, deren Forschungsstrategien und -methoden.

Die Analyse der sächsischen Burgwallforschung (Teilprojekt 1) wurde ergänzt durch den Vergleich mit Schlesien und Böhmen (Teilprojekt 2). Die Wissenschaftsgeschichte der ur- und frühgeschichtlichen Archäologie in Schlesien wurde noch nie in überregionalem Kontext untersucht, obwohl gerade dieses Gebiet aufgrund seiner Grenzlage und wechselhaften politischen Zugehörigkeit einen vertieften Einblick in die Zusammenhänge von archäologischer Forschung und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen erwarten lässt. Trotz einer vergleichbaren Grenzlage schuf der Dualismus zwischen deutsch- und tschechischsprachiger Forschung in der ersten Hälfte des 20. Jh. in Böhmen wieder andere Voraussetzungen für die Burgwallforschung, deren Interpretationsmuster ebenfalls erstmals Bestandteil eines überregionalen Vergleichs sein werden.

Die beiden Teilprojekte sind als Promotionsvorhaben konzipiert.

 

Ergebnisse

abgeschlossene Dissertation 2011: 

Susanne Grunwald, Die diskursive Konstruktion der archäologischen Burgwallforschung in Sachsen (1900-1961).

Betreuerin: Prof. Dr. Sabine Rieckhoff


letzte Änderung: 08.12.2017 

Zeitraum

abgeschlosssen

Finanzierung

  • Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)